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Gedichte
Selbstverfasstes
Archiv für die Kategorie 'Gedichte (allgemein)'

Die Riesin (Charles Baudelaire)

Zur Zeit, als die Natur, von wilder Kraft durchdrungen, Gewaltge Kinder trug, hätt ich nach meinem Sinn Bei einer Riesin gern gelebt, bei einer jungen, Wie eine Katze streicht um eine Königin.

Was ist Vergnüglichers im gantzen Rund der Erden, Als Lieben und zugleich mit Ernst geliebet werden? Was ist Annehmlichers als ein ambrirter Kuß, Den reine Liebe schenckt aus innerm Hertzen-Fluß?

Hochzeitlied (J. W. von Goethe)

Im Schlafgemach, entfernt vom Feste, Sitzt Amor, dir getreu, und bebt, Daß nicht die List mutwill’ger Gäste Des Brautbetts Frieden untergräbt. Es blinkt mit mystisch heil’gem Schimmer Vor ihm der Flammen blasses Gold; Ein Weihrauchwirbel füllt das Zimmer, Damit ihr recht genießen sollt.

Über die Gestalt der Sylvia (Benjamin Neukirch)

Ich finde zwar sehr viel, die schön und artig sein; Dann eine rühret uns durch ihrer Augen Schein, Die andre lacht und prangt mit Lippen von Korallen, An vielen pflegen uns die Haare zu gefallen,

Ist Liebe lauter nichts… (Francesco Petrarca)

Ist Liebe lauter nichts, wie dass sie mich entzündet? Ist sie dann gleichwohl was, wem ist ihr Tun bewusst? Ist sie auch recht und gut, wie bringt sie böse Lust? Ist sie nicht gut, wie dass man Freud aus ihr empfindet?

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